Virtual Reality und Augmented Reality: Die Zukunft der Road Show?

Die Orte wechseln, die Inhalte bleiben – so lautet der Anspruch an eine gute Roadshow. Unabhängig von der Location muss die Message rüberkommen. Neben eindeutigem Branding und Setting bieten heute Virtual Reality und Augmented Reality die passgenaue Darstellung ausgewählter Information.

Inhalt:

  • VR und AR: Wo liegt der Unterschied?
  • Wie unterstützen digitale Erlebniswelten die Road Show?
  • Locationplanung mit VR: Stefanie Reise von easyRAUM erklärt die Vorteile
  • Atmosphäre schaffen – Interview mit Prof. Wolfgang Prinz über Augmented Reality
  • 3 Mythen zu Road Show und Virtual Reality

Was ist der Unterschied zwischen Virtual Reality und Augmented Reality?

Mit Virtual Reality (VR) taucht man komplett in eine andere Welt ein, nimmt die Realität nicht mehr wahr und braucht dafür ein Hilfsmittel wie die VR-Brille.

Augmented Reality fügt der realen Welt weitere Informationen hinzu durch Hilfsmittel wie Smartphone oder eine Augmented Reality Brille.

H2: Wie machen Virtual Reality oder Augmented Reality bei der Roadshow Sinn?

Reproduzierbares Erlebnismarketing auf gleichbleibend hohem Niveau – das zeichnet die gute Road Show aus. Große Unternehmen setzen dieses Tool ein, um Produkte oder auch Dienstleistungen bekannt zu machen. Das Promoter-Team zieht mit dem der Road-Show von Stadt zu Stadt.

Die Eventagentur sorgt in diesem Fall für:

  • kreative Ausstattung.
  • Planung.
  • Reibungslosen Ablauf wie Auf- und Abbau.

Die größte Herausforderung bei einer Roadshow sind wechselnde Locations, deren Dimensionen und Ausstattung immer etwas verschieden sind – auch bei bester Planung. Hier setzt die Technik an. Durch Virtual Reality ist es fast egal, in welchem Umfeld die Roadshow Halt macht. Die Besucher begeben sich komplett in die vorgestellte Welt hinein. Doch was passiert, wenn die VR-Brille zur Seite gelegt wird? Jetzt ist die Qualität der Promoter gefragt: Können Sie an das Erlebnis anknüpfen und den Gast auch in seiner Realität begeistern? Die Eventagentur muss hier ein entsprechendes Ambiente schaffen. Gut sind hierfür zum Thema passende Give-aways oder weiterführende Informationen, die man digital zusendet. Es darf kein Bruch in der Dramaturgie passieren. „The show must go on“ – sozusagen.

Augemented Reality wirkt tiefgehender. Tabletts, die am Stand zur Verfügung stehen, bieten zusätzliche Informationen an. Der Besucher entscheidet, wie tief er in die Materien einsteigen will. Auf diese Weise wird das Standpersonal entlastet: Ein Teil der Besucher „versorgt sich selbst“ mit Hintergrundinformationen, der andere Teil wird persönlich betreut.

Mittels AR lassen sich neben schriftlicher Information auch Bilder, Filme oder Fahrten durch Innenräume von Maschinen oder den menschlichen Körper simulieren – ohne dass eine Brille aufgesetzt wird und man die Realität verlässt. Die Bindung zum Stand bleibt erhalten.

So nah, als wär´ man da: Locationplanung mit V

Wissen vermitteln: Dafür sind Virtual Reality und Augmented Reality exzellente Werkzeug. Eventagenturen nutzen VR schon einen Schritt vorher in der Kreativphase und bei der Planung.

Der Anbieter easyRAUM setzt hier Maßstäbe – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit der 3D Visualisierung wird maßstabsgetreues Zeichnen mit intuitivem Schaffen kombiniert. Der Entwurf lässt sich für die Kundenpräsentation in VR-Technologie einbinden. Dafür nimmt man einfach Cardboards mit. Das sind VR-Brillen aus Pappe, die man zur Verfügung stellt. Der Kunde erlebt den Raum quasi hautnah.

Stefanie Reis, Geschäftsführerin von easyRAUM, zu den Möglichkeiten von VR bei der Raumplanung:

Wie viele Eventagenturen nutzen VR für ihre Präsentation?

Rund 100 unserer Kunden nutzen aktuell die Möglichkeit, Ihre 3D-Visualisierungen als Virtual Reality View an Ihre Kunden zu versenden. Das sind bei 1.200 Anwendern im Verhältnis, und obwohl alle easyRAUMPro-Anwender den VR-Generator integriert haben, natürlich immer noch viel zu wenige. Denn dieses Tool legt den Grundstein für eine innovative Eventplanung und Locationvermarktung. Es bietet die Möglichkeit der Site-Inspection des Events oder der Location ohne persönlich vor Ort zu sein. Während 3D-Planung und Virtual Reality für große Eventagenturen zum Standard geworden sind, nutzen kleinere Agenturen diese Tools, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern und beeinflussen so maßgeblich die Entscheidung für Ihr Projekt oder Ihre Veranstaltung.

Welche Reaktionen haben Sie erlebt?

Wir erleben Begeisterung für die gewisse Entscheidungssicherheit in der Planungsphase, sowie für die Möglichkeit mit Detailtreue und kundenspezifischer Individualität im Event-Pitch zu punkten auf Planerseite. Auf Kundenseite treffen wir auf beeindruckte Reaktionen in Bezug auf die Erlebbarkeit, innovative Vielfältigkeit und Zukunftsnähe der Virtual Reality-Panoramen.

Wird die Kommunikation zwischen Eventagentur und Kunde erleichtert?

Virtual Reality ermöglicht es Planer und Kunde, die Veranstaltung oder Location vorab zu erleben und erspart somit zeitaufwändige Site-Inspections. Mit Hilfe unserer 3D Event Software easyRAUMpro können ganze Veranstaltungslocations in nur wenigen Klicks für den Kunden individualisiert werden. Änderungswünsche und kreative Ideen können jederzeit angepasst und erneut als VR-Panorama an den Kunden versendet werden. Das stärkt Vertrauen: Der Kunde kann sich so auf ein erlebbares virtuelles Abbild, den „Digital Twin“ der Veranstaltung, anstelle von Beschreibungen verlassen. Diese Flexibilität garantiert Kundenzufriedenheit auf der einen Seite und schafft Planungssicherheit auf der anderen.

Von Bauchgefühl und Technik

2016 gab Prof. Wolfgang Prinz der EVENTAGENTUR artimage ein Interview zur Entwicklung von Augmented Reality und wie man mit ihr Atmosphäre schafft.

Zur Person: Prof. Prinz ist Leiter des Forschungsbereichs Kooperationssysteme und stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin. Mit seinem Team entwickelt er Lösungen für den Arbeitsplatz der Zukunft im Enterprise 2.0 und der Industrie 4.0. Dazu werden Konzepte und Techniken aus den Bereichen der Kommunikation und Kooperation, Social Computing, mobile Virtual und Augmented Reality kombiniert. Hinzu kommt die personalisierte Unterstützung von Aus- und Weiterbildung.

Augmented Reality wird auch den Eventbereich weiter entwickeln.

artimage: Wissenschaft und Atmosphäre, was hat das miteinander zu tun? Kann man Technik überhaupt mit Atmosphäre verbinden?

Prof. Wolfgang Prinz: Früher empfand man, dass Technik die Atmosphäre zerstört. An technische Geräte wurde auch kein Designanspruch gestellt. Die Technik und deren Funktion standen im Vordergrund. In letzter Zeit haben Designkonzepte die Technik so entwickelt, dass sie Atmosphäre schaffen. Also bei der Aktion ein Wohlgefühl vermittelt wird. Das leisten Forschungsgebiete wie Usability und User Experience. Exemplarisch sind hier Smartphones. Andererseits versucht man durch Technik auch Atmosphäre in Räumen zu schaffen. Sei es durch Licht- oder Klimakonzepte sowie durch große Projektionen.

Sie machen die Erfahrung, dass es ohne Technik überhaupt nicht mehr geht?

Das möchte ich nicht sagen. Man kann durch konventionelle Mittel Atmosphäre schaffen. Aber die Technik schafft neue Möglichkeiten. Man ist flexibler mit Displays und Projektionen, wenn man Räume umgestalten will.

An ihrem Institut schaffen Sie Lösungen im Bereich gemischter und erweiterter Realität – etwa Spiele und Demonstratoren – für Ausstellungen und Messen. Das berührt die Arbeit der EVENTAGENTUR artimage. Wie können wir uns das vorstellen?

Wir haben da verschiedene Lösungen. Das Hauptforschungsgebiet ist Augmented Reality – die Erweiterung der Realität um Zusatzeinblendungen. Das kann über Tablets oder Smartphones passieren, die man auf etwas richtet und sich so etwas anschaut. Dann wird in das Video, das man erhält, Zusatzinformation eingeblendet. Unsichtbares wird sichtbar. Das hat besondere Bedeutung in der Lehre, wenn Sie an physikalische Experimente denken. Man macht Luftströmungen oder magnetische Felder, Schall, Lichtausbreitung sichtbar. Zum anderen gibt es sogenannte Datenbrillen, die in das Gesichtsfeld Zusatzinformationen einblenden. Da gibt es einfache Ausführungen, die wie ein Informationsdisplay funktionieren bis hin zu Brillen, die in das gesamte Gesichtsfeld neue Informationen einblenden. Da betritt man beispielsweise einen Raum, der nicht möbliert ist, aber Gemälde und Möbel dekorieren die Wände oder Personen wandeln umher. Es entsteht eine neue, ganz eigene Atmosphäre.

Wie ist die Reaktion der Menschen? Gibt es Verunsicherung oder will man das dann immer erleben?

Die Faszination ist sehr groß. Verunsicherung tritt nicht ein. Trotz entwickelter Technik können Datenbrillen über acht Stunden noch nicht genutzt werden, da sie zu unbequem sind. Aber das wird sich bald verändern. Da wird es eine Revolution wie bei den Smartphones geben. Das sind atmosphärische Geräte. Die Leute sagen: Ich liebe mein Smartphone. Würde beim Laptop nicht passieren.

Das heißt, der Mensch liebt die Technik? Eine gute Ausrüstung gehört zur persönlichen Wohlfühlatmosphäre dazu?

Bei Smartphone und Datenbrille handelt es sich um Assistenten. Das sind keine Werkzeuge mehr. Sie begleiten unseren Alltag; beantworten unsere Fragen. So wie es früher einen Butler gab oder einen Referenten. Dieser Service wird über solche Geräte bald für jedermann zugänglich sein.

Glauben die Menschen so einem technischen Assistenten?

Sieht man davon ab, dass das Navigationsgerät den ein oder anderen schon in einen Fluss befördert hat, weil es da eine Brücke geben sollte: Ja. Damit es kein Unglück gibt, müssen die Angaben aber auch mit der Realität abgeglichen werden. Medienkompetenz muss ausgebildet werden.

Müsste man die Menschen in ihrem Selbstbewusstsein stärken?

Häufig geht es da auch um das Bauchgefühl. „Das kann eigentlich gar nicht sein, was der mir jetzt sagt“ – dann sollte man auf die innere Stimme hören, nicht auf den Assistenten.

Arbeiten Sie auch mit Psychologen zusammen?

Stellenweise ja. Insbesondere bei der Usability. Man versucht die Systeme menschengerecht zu gestalten. Die Technik darf ihn nicht dominieren. Nur dann kann sie erfolgreich sein. Man nimmt den Nutzer zu Beginn in den Designprozess. Durch Rapid Prototyping ist das kein Problem bei der Umsetzung.

Dass der Mensch irren kann, Fehler hat, wird bei der Entwicklung technischer Geräte berücksichtigt? Auch wie er sich wohlfühlt?

Genau. Es wird die Userstory entwickelt. Wir fragen: Was soll er mit der Technik erfahren und was soll er damit erleben? Aufgrund dieser Antworten wird die passende Technik entwickelt.

Benutzen Sie noch Stift und Papier?

Ja klar! Manchmal binde ich das Tablet ein. Aber grundsätzlich gibt es bei mir noch Stift und Papier.

3 Mythen rund um Roadshow und VR

„VR – das ist doch nur technischer Schickschnack. So was brauchen wir nicht.“

Stimmt nicht. Durch VR lassen sich Inhalte schnell austauschen und aktualisieren. Das Setting bleibt bestehen. So spart man Zeit und Resourcen.

„Technischen Möglichkeiten wie AR und VR lenken von den Inhalten ab.“

Im Gegenteil: Das Neue wirkt besonders reizvoll auf die Besucher einer Messe. Sie gehen nicht am Stand vorbei, sondern wollen entdecken, welche Informationen es dort gibt. Die Technik setzt einen Impuls, der vom Vertrieb dann verfolgt werden kann.

„Die Technik ist viel zu kompliziert und kann von den Hostessen am Stand nicht bedient werden“

Hostessen unserer Zeit sind Digital Natives – also Menschen, die mit den digitalen Medien groß geworden sind. Entscheider haben da oft noch eine andere Vergangenheit und wir ermuntern sie dazu, innovative Technologie in die Konzeption des Messestandes aufzunehmen. Sie werden erleben, dass VR und AR auf die Standbesetzung wie Hostessen motivierend wirkt.